Welcher Schreibertyp sind Sie?

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Heute habe ich als Premiere ein Impuls-Atelier zum Thema Schreibertypen durchgeführt. Wobei: Was einmal als «Impuls-Atelier» ausgeschrieben war, ist mittlerweile in «Round-Table» umbenamst worden. Dabei waren die Tische eckig, und wir hatten überhaupt keine Konflikte auszutragen, für die wir uns an einen runden Tisch hätten setzen müssen. Egal, es hat grossen Spass gemacht, so sehr, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer prompt verlangten, dass ich zu diesem Thema einen längeren Kurs anbiete, in welchem man an mehreren Nachmittagen Gelegenheit habe, das Thema noch zu vertiefen.

Worum gehts? Ganz kurz: Ein gewisser Hanspeter Ortner hat die Schreibstrategien grosser Schriftsteller untersucht und darauf 10 verschiedene Schreibertypen unterschieden (der von mir untersuchte 11. Typ des Peripatetikers, siehe Eintrag «Schreibengehen als Gesundbrunnen» vom 20.4.2013, fehlt da allerdings noch und müsste unbedingt hinzugefügt werden); von den planlosen Drauflosschreibern (Typ 1: z.B. Breton) bis zu jenen, die zuerst alles im Kopf planen, bevor sie den ersten Satz schreiben (Typ 6: z.B. Kafka) liegt ein weites Feld an unterschiedlichsten Strategien.

Was das bringt, werden sie mich jetzt fragen. Viel. Man erweitert seinen Möglichkeitsraum. Wer nicht nur seine eigene Strategie sondern auch die übrigen kennt, kann mal eine andere Technik ausprobieren, wenn er nicht weiterkommt. Und genau das haben wir gemacht: an 10 verschiedenen Schreibstationen anhand von Übungen andere Schreibstrategien ausprobiert. Man nennt das Stationenschreiben.

Übrigens: Interessanterweise verfährt laut Ortner keiner der professionellen Schreiber nach dem in einigen Schreibseminaren empfohlenen linearen Strategie logisch aufeinander folgender Produktionsschritte (Orientierung, Recherche, Strukturierung, Schreiben der Rohfassung und Überarbeitung). Deshalb würde ich auch in keinem meiner Seminare oder Coachings zu einer solchen Technik raten.

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