Bankgeheimnisse ausplaudern

In diesem Sommer war ich auf einem mittelalterlichen Turm (Turm Roten) und in einer Burgruine (Nünegg) im Einsatz. Und am Samstag, 1. September, habe ich nun Bankgeheimnisse ausgeplaudert auf den Bänken am Silsersee bei Sils Maria: Wer vorbei kam, erfuhr etwas über meine besondere Beziehung zu Sils und zum ältesten Engadiner, dem Malojawind. Ich arbeitete dort mit 17 als Kutscher und der alte Malojer war mein ständiger Begleiter.

Das mittlerweile sehr internationale Programm des Seetaler Poesiesommers kann ich wärmstens empfehlen. 2003 war ich zum ersten Mal eingeladen, damals noch ins Schloss Hallwyl. Seither lese ich drei bis fünf mal jährlich Selbergeschriebenes vor Publikum. Highlights waren für mich Lesungen in der Helferei Grossmünster, am Züri Littéraire im Kaufleuten, auf dem Flughafen Tempelhof in Berlin oder an den Solothurner Literaturtagen.

http://www.heidegg.ch/fileadmin/bilder/Poesiesommer_2018.pdf

jagdbanngebiet

wir beschritten energisch
die grenze zum jagdbanngebiet
die lärchen warfen
ihre ockernen nadeln
auf die klebrigen kappen
der goldröhrlinge
über die später in der nacht
der älteste engadiner der
kalte malojawind die
flocken warf um sie zuzudecken
für ihren letzten winterschlaf
von der waldgrenze röhrten
bedrohlich die kronenhirsche
wir hatten uns unsere pilze
schon vorgestellt in butter gedünstet
als beilagenragout für die
braunen langohren aus dem
hasenasyl zwei hasenfüsse
mit nur leichtem hang zur
wilderei als wegzehrung
gabs tuarta da nuschs
engiadinaisa die füllung
aus caramelisierten wallnüssen
verklebte unsere zahnkronen
und wir vergassen die
lust aufs wildbret

(val fex)

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Silbensilber